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Zielgruppeneinstiege

Bisherige Aktivitäten zu Ebolafieber

Gemeinsames Erarbeiten der Inhalte

Seit 2019 ist das Operndorf Afrika fester Kooperationspartner des EFFO Projekts. RKI und Operndorf haben im Oktober 2019 gemeinsam einen Workshop zu "High Consequence Infectious Diseases" in Berlin organisiert. Ziel dieser Veranstaltung war es u.a., unterschiedliche Akteure aus dem Projektland Burkina Faso zu vernetzen und Kapazitäten vor Ort zu stärken.

Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden der HCID Themenwoche und dem EFFO-TeamGruppenfoto mit allen Teilnehmenden der HCID Themenwoche und dem EFFO-Team © RKI

In Burkina Faso fand in 2014 der erste Workshop mit den afrikanischen Partnern statt. Teilnehmende waren Experten und Expertinnen des Robert Koch-Instituts, des Missionsärztlichen Instituts, Ärzte aus Burkina Faso sowie ein Arzt aus dem Senegal. In einem zweitägigen Workshop wurden Lernziele identifiziert und priorisiert. Die in Ouagadougou entwickelte Modulstruktur hat seitdem Bestand. Details und Methoden verändern sich in Abhängigkeit der Ergebnisse von Zwischenevaluationen. Bei neuen Erkenntnissen müssen natürlich auch die Inhalte angepasst werden.

Trainingsmaterialien in Burkina Faso

Das aufwendigste Trainingsmaterial im Programm ist die Schutzkleidung. EFFO verwendet Materialien, die auch im Einsatz von „Ärzte ohne Grenzen“ Verwendung finden würden. 2014 war der Weltmarkt nicht auf eine so große Nachfrage eingestellt und es gab Engpässe. Natürlich wurden die direkt betroffenen Länder mit der Versorgung von Schutzausrüstungen priorisiert. Für das Training wurden daher Anzüge verwendet, deren Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war. Der zweite große Engpass bestand in den Schutzhauben. Um möglichst dieselben Handgriffe trainieren zu können wie im Ernstfall, hat ein Schneider in Ouagadougou Hauben aus Stoff genäht. Etwas zeitverzögert wurden dann den Gesundheitseinrichtungen die korrekten Materialien zur Verfügung gestellt.

Das EFFO-Team in Deutschland hat inzwischen systematisch eigene Kriterien entwickelt, die bei der Auswahl der Schutzkleidung wichtig sind.

Trainer und Trainings in Burkina Faso

Trainer in Burkina Faso kommen bisher alle aus dem ärztlichen Bereich. Für einige Module ist dies hilfreich, aber kein „Muss“ für das Programm. Teilweise haben die Trainer bereits eine Schulung von staatlicher Seite zum Thema Ebola bekommen und befinden sich in verantwortungsvollen Positionen. In der Pilotphase beteiligten sich vier Trainer. Inzwischen sind es insgesamt zehn. Alle haben eine Nachschulung für das PSA-Modul bekommen bzw. wurden in einem dreitägigen Programm geschult. Auch dieses Konzept wurde erstmalig in Burkina Faso pilotiert. Die Partner in Burkina Faso entscheiden zusammen mit dem Missionsärztlichen Institut, wo die Trainings stattfinden. Es handelt sich dabei um Einrichtungen der Basisversorgung oder Krankenhäuser auf Distrikt-und Regional-Niveau. Insgesamt wurden in Burkina Faso rund 100 Einrichtungen geschult.

Supervision und Evaluation

Nach den Schulungen fand eine systematische Supervision auch zur Basishygiene statt. Das Bereitsstellen von Händewaschmöglichkeiten hatte sich beispielsweise verbessert. Eine Simulationsübung in Burkina Faso zeigte unter anderem, dass medizinisches Personal verschiedene Schutzkleidungskonzepte in der Anwendung kombiniert hat. Dies kann unter Umständen sehr problematisch sein und sollte in Trainings explizit angesprochen werden.

Das erste EFFO-Training Ende 2014

Nach der konzeptionellen Vorbereitung im internationalen Team wurde das dreitägige Trainingsprogramm erstmalig vom 1.12. bis 3.12.2014 im „Centre Médical St Camille“ in Koupéla pilotiert.

Stärken und Schwächen des Trainingsprogramms sind schnell sichtbar geworden: Eine höhere Zahl von Teilnehmenden ist insbesondere bei den praktischen Übungen ein Problem. Die Gruppe musste geteilt werden. Normalerweise geht das nicht, da man dann die doppelte Anzahl von Trainern oder Trainerinnen bräuchte. Wenn man z. B. bei Stromausfall improvisieren muss, ist es gut, Lernmodule flexibel umstellen zu können. Für diese Flexibilität eignen sich die Wiederholungsübungen und interaktiven Lernmodule sehr gut.

Während Kenntnisse zu allgemeinen Hygienemaßnahmen und Transmissionswegen von Krankheiten angelesen und eigenständig wiederholt werden können, ist dies bei der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) nicht der Fall. Im EFFO-Projekt wird großen Wert darauf gelegt, dass das PSA-Modul nur von Trainern und Trainerinnen unterrichtet wird, die dafür eine gesonderte Schulung bekommen haben. Dieses Konzept wurde am Robert Koch-Institut entwickelt und befindet sich im stetigen Verbesserungsprozess. Ein Ziel ist es, bei den Train-the-Trainer-Schulungen immer Personen dabei zu haben, die bereits tatsächlich Erfahrungen mit Ebolafieber-Erkrankten gemacht haben.

Nach dem Auftakt in Koupéla haben die Trainer und Trainerinnen den ersten Durchlauf evaluiert und entschieden, wie die nächsten Trainings gestaltet werden sollten. Eine Gruppe führte ein Training in der Hauptstadt Ouagadougou (CMA Paul VI) durch, eine weitere in Bobo-Dioulasso (Centre Médical Farakan). Aus den Erfahrungen konnte eine erste „Best Practice“-Struktur für die Durchführung des EFFO-Trainings abgeleitet werden.

Seitdem wurden zahlreiche Trainings durch das burkinische Team in staatlichen und nichtstaatlichen Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. Jedes Training wurde durch einen theoretischen Prä- und Post-Test evaluiert. Hierbei stellte sich ein Wissenszuwachs bei allen Fragen heraus. Insbesondere in der Anfangsphase hatten die Testergebnisse Einfluss auf die Gestaltung der Trainingsmodule.

Ein erstes Pilottraining im Operndorf Afrika fand im Juni 2017 statt. Dabei wurde erstmalig neben Ebolafieber auch das Lassavirus thematisiert.

Stand: 11.11.2019

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